Und sein Name ist Mike Brown. Seines Zeichens Torhüter, Nebenberuf Tänzer. Gestern ein gutes Spiel der Wild Wings, 5:2 gegen die starken Lausitzer Füchse gewonnen. Nach dem Spiel das Übliche. Die Fans feiern, die Mannschaft kommt zur Ehrenrunde und nach einer gemeinsamen Welle wird Mike Brown gerufen. Er kommt angefahren, tanzt vor der Kurve animiert die Fans (böse Stimmen würden sagen "macht sich zum Affen") und fisht dadurch jede Menge compliments ab und wird anschließend in einschlägigen Foren als "geiler Typ" mit einem "Spitzentanz" aufgeführt. Sind wir hier bei Michael Flatley?
Damit man mich nicht falsch versteht: Ich habe nichts gegen Eishockeyspieler, die auch entertainen können. Ich habe nichts gegen Spieler, die ausgelassen mit den Fans feiern. Das ist ja auch nett anzusehen. Aber ich befürchte eben, dass dadurch die Leistungen anderer Spieler nicht genügen gewürdigt werden. Nach jedem Spiel wird das Volk in Zukunft wohl Mike Brown fordern, da er doch so toll tanzt. Verdient hätten es gestern aber z.B. ein Brady Leisenring mit einem Zuckertor-des-Monats oder ein Kämpfer wie Mika Puhakka, der sowohl das wichtige 1:0 wie auch den Game-Winner zum 3:2 erzielt hat.
Mike Brown dagegen hat eine ordentliche, aber keineswegs überragende Leistung gezeigt. An den beiden Toren war er unschuldig, aber in ein paar Situationen doch auch unsicher. Solide. Ich mag seine Art zu spielen auch, er ist ein Psycho - im positiven Sinne - und er dirigiert auch seine Mitspieler und die Abwehr. Sehr wichtig und sehr gut. Aber es ist unfair gegenüber seinen Mitspielern, die teils deutlich erwähnenswertere Leistungen aufs Eis legen.
Ich würde mir wünschen, dass man in den nächsten Spielen auch die Leistungen anderer Spieler bei der Ehrenrunde wieder speziell würdigt. Auch ein Max Prommersberger z.B. hätte es mal verdient, der seit Wochen mit seinen 21 Jahren einen absolut soliden Verteidiger-Part spielt.


