Was ist danach passiert? Die Wild Wings holten drei Siege, das Maximum von neun Punkten konnte eingefahren. Zuerst gewann man nach Anlaufschwierigkeiten letztlich souverän mit 6:3 in Dresden, danach erarbeitete man sich daheim ein 4:3 gegen Riessersee und letzten Freitag siegte man sehr deutlich mit 5:1 gegen Dresden. Also alles bestens? Nein, denn man muss auch die Gegner betrachten. Die Eislöwen stehen tief unten drin in der Tabelle, haben in den Wochen davor fast nix gewonnen und traten auch gegen uns nicht wirklich gefährlich auf. Riessersee ist nur einen Platz weiter oben platziert und kann damit auch nicht als Maßstab herangezogen werden. Am nächsten Wochenende geben mit München (Platz 3) und Weißwasser (Platz 4) zwei andere Mannschaften ihre Visitenkarte im Bauchenberg ab, die derzeit auf den Plätzen stehen, auf die die Wild Wings gerne wollen. Sehen wir also den Rückfall in die Krise? Wieder nein - es gibt ein paar Punkte, die mich optimistisch stimmen, dass wir wirklich auf einem sehr guten Weg aus der Krise sind und auch diese beiden Spiele siegreich bestreiten können:
- Die Mannschaft hat wieder Selbstvertrauen und Spaß am Spiel. Auch wenn Dresden ein vermeintlich leichter Gegner war, muss man ihn trotzdem erstmal besiegen. Und das Selbstvertrauen und die positive Grundeinstellung nehme ich mit in das nächste Spiel
- Wichtige Elemente des Eishockeysports funktionieren bei uns. Mit einer Quote von 29,11% haben wir das beste Powerplay im deutschen Profi-Eishockey, eine echte Waffe die man gerade bei unseren
komischkleinlich pfeiffenden Schiedsrichtern häufig einsetzen kann. Dazu nehmen wir verhältsnismäig wenige Strafen. Sowohl in der absoluten Anzahl der Strafen wie auch in der Anzahl der Unterzahlsituationen liegen wir im tiefroten, unteren Bereich der Tabelle. Diese beiden Faktoren sprechen klar für uns. - Mit Mike Brown haben wir endlich mal einen Torwart wie wir ihn lange nicht mehr in Schwenningen gesehen haben. Ein echter Psycho, der mit dem Stock die Gegner bearbeitet, mit dem Schiedsrichter diskutiert, seine Mitspieler dirigiert und trotzdem Ruhe und Sicherheit ausstrahlt und bisher ausgezeichnet hält. Dazu ist er stocktechnisch sehr beschlagen und in seinem ganzen Auftreten ein Showtalent. Er scheint der Torhüter zu sein, der uns über Jahre gefehlt hat und gibt der Defensive mehr Sicherheit.
- Die Begeisterung unter den Fans kehrt langsam wieder zurück. Mannschaft und Fans scheinen sich versöhnt zu haben, die Fans geben der jetzigen sportlichen Leitung und dem Team ebenfalls noch eine Chance. Hoffen wir, dass das Team sie weiter nutzt und uns auch am nächsten Wochenende sportlich überzeugt.
Negativ dazu kommen aber noch die langfristigen Ausfälle von Björn Bombis (Kreuzbandriss) und Peter Kathan (Handverletzung), die unseren Trainer laut nach neuen Spieler rufen lassen. Irgendwie sind da weiter unterhaltsame Stunde vorprogrammiert, zumal immer wieder der Name Brezina fällt. Und der ist ja mehr als umstritten.


