Vorbereitung suxx! Testspiele nerven! Vorfreude ist zwar manchmal die schönste Freude, kann aber auch ganz gehörig nerven. Heute abend hat das ganze Kribbeln endlich ein Ende, wenn die Wild Wings um 19:30 in die neue Saison starten. Wo? In der SparkassenArena. Tolle Name für die alte Bruchbude am Berliner Platz in Kaufbeuren, die durch heiße Stimmung und ein vielfältiges Nahrungsangebote einen ganz eigenen Ruf in der Liga genießt. Gegen die Buron Joker, der Traditionsverein, der früher auch mal Adler hieß, und in diesem Jahr endlich den Aufstieg geschafft hat, starten die Wild Wings in eine hoffentlich erfolgreiche neue Saison.
Auf dem gestrigen Fantalk wurde die Stimmung von Axel Kammerer nochmal angeheizt, die Fans kochen, der Siedepunkt ist nah und heute abend entlädt sich hoffentlich die gesamte Anspannung in ein einzigartiges Spiel mit einem einzigartigen Support. Darauf freue ich mich und deshalb werde auch ich heute nach Kaufbeuren aufbrechen.
Sportlich kann man nicht viel sagen. Die Wild Wings auf dem Papier der klare Favorit, aber ein Eröffnungsspiel hat immer seine eigenen Gesetze. Alles ist möglich, wie gehen die Teams mit dem Druck um, wer kann das erste Highlight setzen? Deshalb will ich gar nicht auf Spieler, Reihen und Taktiken eingehen - Puck nehmen, Puck ins Tor, mia san mia!
Mittwoch, 9. September 2009
Wild Wings Saisonvorschau - Teil 4 - Das Umfeld
1. Teil: Torhüter
2. Teil: Verteidigung
3. Teil: Sturm
So, noch zwei Tage bis Saisonbeginn. Die Spieler sind alle abgehandelt und betrachtet, bleibt noch ein Blick auf das Umfeld und ein abschließendes Fazit mit einer kurzen, aber gewagten Saisonprognose.
Trainerstab: Hier müsste ich mich wiederholen, denn über Axel Kammerer habe ich mich schon kurz nach der Verpflichtung schon ausführlich geäußert, als ich einen Vergleich zu Jari Pasanen gezogen habe. Dem dort geschriebenen gibt es nicht viel hinzuzufügen, meine Meinung hat sich nicht geändert und die Vorbereitungsspiele lassen Gutes erahnen. Er scheint auch in einem neuen Umfeld zurechtzukommen und schafft es wieder, hier eine Mannschaft zu formen. Von daher haben wir mit Axel Kammerer einen guten Griff getan. Er ist erfahren, renommiert und fachlich kompetent.
Dazu kommt sein Assistent: Toni Raubal. Der Rotschopf, ehemaliger Verteidiger, scheint ein idealer Assistent zu sein, auch wenn er ein Überbleibsel der wenig glorreichen Ära Pasanen ist. Er ist ein ruhiger, zurückhaltender Typ, der eine große Loyalität ausstrahlt. Genauso wie er Pasanen unterstützt hat, geht er jetzt Axel Kammerer zu Hand. Er muckt nicht auf, er wird akzeptiert und er arbeitet gut mit dem Chef nach dessen Vorstellungen zusammen. Mehr darf man von einem Co. nicht erwarten, Raubal erfüllt die Rolle perfekt.
Manager: Seit diesem Jahr neu am Bauchenberg: Stefan Wagner. Der von einigen schon als Heilsbringer gesehene Bayer hat sich in Schwenningen etabliert und bereits nach kurzer Zeit ein enormes Standing bei den Fans, gewonnen durch sein durchdachtes Konzept bei der Zusammenstellung der Mannschaft. Seine persönlichen Voraussetzungen sind gut: Erfahrener Mann, Stationen bei vielen Vereinen und beim DEB, eigenverantwortliche Arbeit über mehrere Jahre bei Ingolstadt in der DEL. Er hat das Kaliber das man als Manager in der 2. Liga braucht. Aber reicht das? Die Wahrheit liegt auf dem Platz, besser gesagt auf dem Eis. Eine noch so schön konzipierte Mannschaft kann auf dem Eis nicht funktionieren, Verletzungen, andere Probleme oder schlicht Pech können eine ganze Saison ruinieren und dann steht neben dem Trainer natürlich auch der Manager in der Schußlinie.
Aber ich glaube nicht, dass es in diesem Jahr soweit kommt. Nach dem polarisierenden Petr Kopta ist es einfach schön, hier einen seriösen und kompetent auftretenden Mann in diesem Amt zu haben.
Marketing & Sponsorenbetreuung: Christian Arnold ist über jeden Zweifel erhaben.
Gesellschafter: Vielleicht das größte Problem. Können sie loslassen? Ich kann jeden verstehen, dass er gerne mitreden möchte, wenn er sein Geld in den Verein pumpt. Dies wurde in der Vergangenheit auch getan, Gesellschafter die in der Drittelpause in der Kabine auftauchen, all das gab es am Bauchenberg. Aber es bringt nichts. Auch als Geldgeber und Wirtschaftsfachmann (Nein Raph, nicht die Art von Wirtschaftsfachmann wie Du es bist) muss ich anerkennen, dass andere vom sportlichen Bereich mehr Ahnung haben und mich dann raushalten. Mit der Installierung von Stefan Wagner scheint es so, als hätte sich die Erkenntnis nach dem GAU im letzten Jahre durchgesetzt. Hoffen wir, dass es auch so bleibt, wenn die Mannschaft mal ein paar schlechte Spiele macht.
Fans: Die Vorbereitungsspiele haben eindeutig gezeigt, dass die Fans süchtig nach Eishockey sind, dass sie schnell vergessen können und der neuen Mannschaft eine Chance geben. Ein Super-Zuschauerschnitt in der Vorbereitung, eine tolle Stimmung gegen Freiburg, Vorfreude und Euphorie ist überall zu spüren. Aber auch das Gefühl, dass es die letzte Chance für das Eishockey in Schwenningen ist. Vorstand und sportliche Leitung haben sich angestrengt, auch die Fans wollen sich anstrengen und das letzte Jahr vergessen machen. Alle gemeinsam wollen an einem Strang ziehen, um das Eishockey in Schwenningen wieder zu dem Stellenwert zu verhelfen, den es verdient hat. Dieses Gefühl hat man im Fanblock. Und wenn die Mannschaft die Leistungen der Vorbereitung stabilisieren kann, dann bin ich mir sicher, dass die Fans auch wieder zahlreich und lautstark im Bauchenberg und in ganz Eishockey-Deutschland aufmarschieren werden.
Fazit Umfeld: Das Umfeld ist für die neue Saison bereit. Die Fans lechzen nach gutem, ehrlichen Eishockey, mit Wagner und Kammerer hat man kompetente Leute ans sportliche Ruder gelassen. Wenn die Gesellschafter die Füße still halten und der sportliche Erfolg Einzug hält, dann können wir ein ganz tolles Jahr in Schwenningen erleben.
Gesamtfazit: Schwierig. Ich bin sowieso ein Optimist und ich glaube nicht an die Wiederholung des letztjährigen Katastrophenjahres. So schlecht kann es nicht nochmal laufen und die Voraussetzungen sind deutlich besser, das Fundament breiter und durchdachter. Top 4 und das Halbfinale sind machbar, wenn alles perfekt läuft auch mehr. Aber ich freue mich in erster Linie wieder auf stimmungsvolle und attraktive Spiele in der Helios-Arena.
Montag, 7. September 2009
Helios-Arena: Genial, aber was ich noch verbessern würde
Wir haben ein tolles neues Stadion. Die neue Helios-Arena begeistert mich. Der Umbau zu einem DEL-tauglichen Schmuckkästchen hat funktioniert ohne den traditionellen Bauchenberg-Flair dafür aufzugeben. Als Marketingmensch würde ich das vermutlich, als eine "perfekte Symbiose zwsichen Tradition und Zukunft" titulieren.
Aber etwas stört mich noch, es wäre übertrieben von einem Schandfleck zu sprechen. Zwischen der Sitzplatzgeraden und den neuen tollen VIP-Logen gibt es eine nackte, kalte, kahle Betonwand. Die stört den Anblick der ansonsten in warmen Farben gehaltenen Innenausstattung. Gut zu sehen auf diesem Bild von LarsSchweizer:
Ich stelle mir vor, dass man in diesem Bereich großflächige Panorama-Aufnahmen mit Spielszenen aus der Vergangenheit anbringt, die zum einen die Wild Wings-Historie lebendig erscheinen lassen und gleichzeit den optischen Eindruck erheblich aufwerten. Mit meinen bescheidenen Photoshop-Kenntnissen haben ich mich mal an einen schnellen Mockup gemacht, wie ich mir das so vorstelle. Der Unterschied ist sofort ersichtlich.

Also - Wild Wings GmbH - ihr habt doch Sponsoren, die das technisch umsetzen können. Macht es! Es würde die Halle weiter aufwerten.
Donnerstag, 3. September 2009
Wild Wings Saisonvorschau - Teil 3 - Sturm
1. Teil: Torhüter
2. Teil: Verteidigung
Kommen wir zum dritten Teil und zu dem Teil der Mannschaft, der durch seine Tore und spektakulären Aktionen von den Fans am meisten Aufmerksamkeit bekommt. Nicht immer ist das fair, denn ohne einen sicheren Schlußmann und gute Aufbaupässe aus der Verteidgung hat es auch der Sturm schwer, seine Aufgabe zu erfüllen: Tore zu schießen. Dabei wird gerne übersehen, dass damit noch lange nicht das ganze Anforderungsprofil erfüllt ist. Denn genauso wie der Angriff in der Verteidigung beginnt, fängt auch die Verteidigung schon im Angriff an. Ein guter Stürmer arbeitet nach hinten, stört die gegnerischen Verteidiger durch aggressives Forechecking und macht im Backcheck die Räume eng, um der gegnerischen Mannschaft die Zahl der Anspielmöglichkeiten zu verringern.
Werfen wir wieder zuerst einen Blick auf das Vorjahr und da sehen wir: So schlecht war unser Sturm nicht. Mit 166 Toren lag man an dritter Stelle und mit Radek Krestan stellte man auch den Top-Scorer. Dazu rangierten auch Brady Leisenring und Dean Beuker unter den Top 15 der Scorerliste. Insgesamte hatte man eine Menge an guten Stürmern, die aber nicht als Team funktioniert haben, fast alle über eine Schwäche verfügten und manchmal mehr mit der eigenen Punktebilanz als dem Torerfolg beschäftigt zu sein schienen. Beuker z.B. mit einem für seine Größe viel zu unausgeprägten Körperspiel, Puhakka zu ineffizient, Krestan bisweilen ein Schönspieler, Leisenring ohne Lust auf Defensivaufgaben, Smyth ein Schatten seiner selbst, Albrecht für sein Talent zu wenig, usw.. Im Endeffekt konnte man mit kaum einem Spieler 100% zufrieden sein, charakterliche Eigenschaften dabei gar nicht berücksichtigt.
Ausnahme sicher Radek Krestan, dem man bei einer derartigen Punkteausbeute die eine oder andere Phase nachsehen muss, Star-Spieler haben oft etwas divenhaftes und brauchen dies auch zur vollen Entfaltung. Er hatte eigentlich noch Vertrag, suchte dann aber seine Chance in der DEL und wechselte unter Benützung der Ausstiegsklausel nach Wolfsburg. Eine echte Träne schien ihm in Schwenningen keiner nachzuweinen.
So wurden aus dem letztjährigen Kader nur Markus Schröder, Robin Just und Patrick Geiger behalten. Schröder ein Kämpfer und beinahe schon ein Urgestein mit bekannter Abschlussschwäche geht in seine vierte Saison am Bauchenberg, Just ist ein sehr talentierter Center osteuropäischen Einschlags, der sich im Vorjahr weiter verbessern konnte und Geiger ein Nachwuchstalent, das auf dem Eis viel Energie und Einsatz versprüht. Mit den Weiterverpflichtungen kann man leben. Seitens der Fans forderten viele eine Weiterverpflichtung von Publikumsliebling Butzi Mayr, aber seien wir mal ehrlich: Nur kämpfen ist für Liga 2 irgendwann auch zu wenig. In einer Phase wo es bei uns nicht lief, konnte er mit Checks und Einsatz beim Publikum punkten, aber vorangebracht hat er die Mannschaft nicht. Auch über Heider oder Bombis hätte man nachdenken können, aber man kann auch nicht immer alle Spieler bekommen, die man sich wünscht.
Mit Blick auf die Scorerbilanz wurden für die neue Saison gerademal "13 Tore" weiterverpflichtet. Für Stefan Wagner und Axel Kammerer also eine große Aufgabe. Neue Ausländer galt es zu finden, zudem einer oder mehrere Spieler, die punktemäßig Radek Krestan ersetzen. Zudem war mannschaftsdienliches Verhalten gefragt, ein guter Bullyspieler stände uns auch mal wieder zu Gesicht. Schauen wir mal, wer zu den drei alten Recken noch dazu gekommen ist.
Ausländer: Drei Ausländer versuchen sich dieses Jahr bei den Wild Wings und sie haben eigentlich alle eine ungewöhnliche Vita. Brock Hooton ist dabei noch der "normalste", denn er hat in der ECHL gespielt. Die AHL-Einsätze, die er vorweisen kann, sind für einen Zweitliga-Ausländer aber nicht normal. Brock ist ein Brocken, körperlich stark und muss für die körperliche Komponente im Sturm eingeplant worden sein, denn seine Punktausbeute ist nicht so spektakulär. Dan Hacker war zuletzt zwei Jahre in Finnland und hat zuvor ein volles Jahr in der AHL gespielt. Für unsere Verhältnisse sehr ungewöhnlich, denn die finnische Liga ist alles andere als schwach. Aber auch seine Punktausbeute ist auf dem Papier nicht überragend. Schauen wir mal, wie er sich in einer schwächeren Liga macht. Am ungewöhnlichsten ist der Weg von Jason Guerriero: Finnland, AHL, Schweiz, Österreich - der kleine und flinke Center ist weit rumgekommen und soll das Spiel der Wild Wings denken und lenken. Das Potential hat er, zwei volle AHL-Saisons kann kaum ein anderer/kein Ausländer der Liga vorweisen. Körperlich ist er zwar etwas schwach, was auch sein Grund gewesen sein könnte, es nicht weiter in Nordamerika zu versuchen. Punktemäßig ist er auch auf dem Papier top, auch wenn wir seit letztem Jahr wissen, dass Papier sehr geduldig ist. Alle drei haben die Möglichkeit in Deutschland einzuschlagen, bei Guerriero bin ich überzeugt davon, bei Hacker ziemlich sicher und Hooton ist für mich der Unsicherheitsfaktor.
Bayern: Wie in der Abwehr und im Tor hat man sich auch im Sturm in Tölz bedient. Allerdings wurde dort nur ein Spieler geholt. Florian "Floppo" Zeller, ein Spieler mit DEL-Potential, als Kämpfer verschrien und einer, bei dem man nie geglaubt hätte, dass er überhaupt außerhalb von Bayern Fuss fassen kann. Aber die bayrischen Wild Wings scheinen ihm dieses Jahr die Entscheidung leicht gemacht haben. Nach über 10 Jahren in Liga 2 hat er seine Tauglichkeit absolut bewiesen und ist ein Gewinn für jedes Team. Ob er die Career-Season des Vorjahres wiederholen kann ist fraglich, aber mit seiner Erfahrung und seinem vorbildlichen Verhalten auf dem Eis, passt er zu uns. Gute Verpflichtung. Ebenfalls aus Bayern, aber nicht aus Tölz, stammen zwei junge Nachwuchsspieler: Simon Maier wechselt vom Riessersee an den Neckar, Max Hofbauer aus Landshut. Maier hat schon zwei Jahre in der 2. Bundesliga gespielt und kam in Garmisch auf ordentliche Werte. Typ: Solider Deutscher mit Entwicklungspotential. Ganz jung dagegen ist Max Hofbauer, mit 19 Jahren kann er erst auf 6 Zweitligaspiele zurückblicken, hat aber in der DNL und in der Oberliga schon seine Qualitäten andeuten können. Bei beiden Spielern muss man abwarten, ob sie den nächsten Schritt machen können.
Rest: Ja, es gibt auch noch Spieler, die nicht aus Bayern sind. Der renommierteste Neuzugang ist Jason Pinizzotto. Ja, er ist ein Deutscher. Gut, er ist in Ontario geboren, hat aber einen deutschen Pass. Pinizzotto ist offensichtlich der Ersatz für Krestan, von ihm kann und muss man vor allem Punkte erwaten. Er hat in Bremerhaven zwei Jahre lang gezeigt, dass er ein absoluter Torjäger ist und hat auch in zwei DEL-Jahren gezeigt, was er drauf ist. Leider hatte er im Vorjahr in Hamburg mit Verletzungsproblemen zu kämpfen, deshalb auch der Schritt zurück in Liga 2. Wenn er fit bleibt, dann macht er 25 Tore. Mindestens. Er muss die Rolle als Schlüsselspieler im Team annehmen und das kann man als Fan auch von ihm erwarten. Bleiben noch Matthias Forster und Dominik Quinlan. Quinlan - Sohn eines Kanadiers - ist ähnlich wie Maier ein Nachwuchstalent, das auch schon zwei Jahre in der 2. Liga hinter sich hat. Auch bei ihm muss man abwarten, ob er nach dem Tapetenwechsel den nächsten Schritt machen und sich für eine tragendere Rolle in der Mannschaft empfehlen kann. Potential ist vorhanden. Forster dagegen ist ein gestandener Spieler. Er kann mit einiger DEL-Erfahrung aufwarten und hat die letzten drei Jahre in Bremerhaven sehr solide gespielt, auch von ihm kann und muss man eine Führungsrolle erwarten, verstecken kann er sich in Schwenningen nicht. Wird er auch nicht.
Fazit: Insgesamt macht der Sturm auf mich einen guten und durchdachten Eindruck. Mit Guerriero und Pinizzotto haben wir zwei Spieler im Kader, die zu den Top-Stars der Liga avancieren können. Hacker, Hooton, Zeller, Just, Schröder und Forster genügen gehobenen Ansprüchen. Maier und Quinlan müssen den Schritt vom Nachwuchstalent zum gestandenen Spieler jetzt machen. Hofbauer und Geiger stellen die Küken dar, ihnen muss man Fehler nachsehen, sie sollen brennen und zeigen, dass sie es schaffen wollen.
Probleme sehe ich, wenn bei Pinizzotto oder Guerriero längerfristige Verletzungen auftreten, denn in der Spielerklasse verfügen wir nicht über eine genügende Tiefe im Kader. Außer Pinizzotto hat sich auch noch keiner als überragender Vollstrecker hervorgetan. Ich hoffe, dass es die Mischung macht, denn insgesamt sehe ich uns ausgeglichener besetzt als im Vorjahr und damit auch schwerer auszurechnen.
Mittwoch, 2. September 2009
10 Phrasen, die ich dieses Jahr am Bauchenberg nicht hören will.
10. "Früher war alles/die Spieler/die Stimmung/das Bier/die Härte/... besser."
Wir leben nicht in der Vergangenheit, jede Zeit hat ihr eigenes Eishockey, ihre eigene Stimmung, ihre eigenen Besonderheiten und Tradition alleine holt keine Punkte. Das Schwelgen in Erinnerungen bei gleichzeitiger Verweigerung aktiv etwas zu tun, damit das "Gesamtprodukt" seinen Erwartungen entspricht, hilft niemandem. Das man zudem das negative verklärt und das positive umso stärker in Erinnerung behält, ist auch wissenschaftlich bewiesen. Früher war nämlich gar nicht ALLES besser, früher war VIELES anders.
9. "Das waren nie und nimmer XXXX Zuschauer"
Erstaunlicherweise können alle Zuschauer im Stadion die Zuschauerzahlen besser abschätzen, als das ein Ticketsystem kann. Ob eine Korrelation zwischen Bierkonsum und Grad der Abweichung festzustellen ist, wäre eine interessante Fragestellung für eine empirische Untersuchung. Im Endeffekt ist es doch auch völlig egal, welche Zahl genannt wird, solange die schwarze Kasse gefüllt ist.
8. "Die spielen so, als würden sie ihr Geld nicht bekommen."
Diese Phrase ist im Eishockey völlig unangebracht, denn Eishockeyspieler bekommen ihr Geld grundsätzlich verspätet. Selbst in der Arbeitsplatzbeschreibung vom Arbeitsamt steht unter Gehalt: "Selten pünktlich, manchmal gar nicht, bevorzugt schwarz, bar und unter der Hand.
7. "Es handelt sich um einen robusten Verteidiger, der einen guten ersten Pass spielen kann."
Typische Phrase um einen Verteidiger zu beschreiben, der irgendwo her kommt, nie gescoutet wurde, den keiner kennt und bei dem man einfach hofft, dass die vollmundigen Versprechungen des Spielerberaters halbwegs eintreffen. Ich will keine Neuverpflichtungen während der Saison. Siehe auch Punkt 6.
6. "XXX ist ein läuferisch starker Zwei-Wege-Stürmer, der auch weiß wo das Tor steht."
Typische Phrase um einen Stürmer zu beschreiben, der irgendwo her kommt, nie gescoutet wurde, den keiner kennt und bei dem man einfach hofft, dass die vollmundigen Versprechungen des Spielerberaters halbwegs eintreffen. Ich will keine Neuverpflichtungen während der Saison. Siehe auch Punkt 7.
5. "Finger aus dem Arsch!"
Grund: Mit Eishockeyhandschuhen und -hose ist es technisch unmöglich den Finger überhaupt in den Arsch hineinzubekommen. Wer mir das Gegenteil beweist, kriegt ein Freibier.
4. "Wir haben keine Problem auf der Ausgaben-, sondern auf der Einnahmenseite."
Ob "unerwartete Sponsorenausfälle", "überraschende Nachforderungen der Berufsgenossenschaft" oder "nicht zu kalkulierende Einbrüche bei den Zuschauerzahlen" - mir ist es egal aus welchem Grund ein Verein in eine finanzielle Schieflage gerät. Es wäre so schön, wenn es mal eine Saison ohne wirtschaftlich negative Schlagzeilen geben würde, egal an welchem Standort.
3. "Wir sind die besten Fans der Liga."
Sind wir das? Sind wir es nicht? Gibt es dafür objektive Kriterien? Ich denke unabhängig davon, ob wir es sind oder ob es die anderen nicht sind - es ist einfach arrogant und führt sehr leicht zur Selbstzufriedenheit und dann sinkt auch die Motivation und das Niveau. Jeder sollte sich als Fan jedes Spiel neu versuchen zu beweisen, dann können wir uns auch wieder mit den Steelers-Fans messen.
2."Die Wild Wings GmbH sieht sich heute gezwungen die Trennung von Axel Kammerer bekannt zu geben."Dies wäre ein Zeichen für eine erneute Bankrott-Erklärung, eine neuerliche sportliche Katastrophe, eine weitere Krise, eine weitere vergeigte Saison. Ich will endlich mal wieder ein Jahr mit einem Trainer zuende spielen, möglichst erfolgreich. Ich will, dass wir ohne größere Probleme, Abstürze und Niederlagenserien einfach ein schönes Eishockeyjahr erleben.
1. "Willkommen in der Hölle - der Bauchenberg muss brennen!"
Abgedroschen ohne Ende, die Erwartungen werden eh nie erfüllt und traditionell verlieren wir solche gepushten Spiele. Bevor man vollmundig dem Gegner versucht die Hosen verbal feucht zu bekommen, dann aber im Stadion den Mund nicht aufbekommt, sollte jeder versuchen selber das Beste für die Stimmung zu tun und die Erwartungen im Vorfeld nicht ins Unerreichbare zu steigern.
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Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]