Verpackt im geflügelten Wort
Offense wins games, defense wins championship ist jedem klar, dass eine erfolgreiche Mannschaft aus einer kontrollierten Defensive heraus ihr Spiel aufzieht. Dahinter steht ein guter Torwart, ein Ruhe ausstrahlender sicherer Rückhalt;
den haben wir. Was muss die Verteidigung können? In erster Linie Tore verhindern, die gegnerischen Top-Linien aus dem Spiel nehmen,
sich mit körperlicher Präsenz Respekt verschaffen, vor dem Tor aufräumen, aber auch einen geordneten Aufbaupass spielen, die blaue Linie in der Offensive sichern, im Powerplay den Quarterback geben und mit krachenden Schüssen von der blauen Linie
Tore und Torchancen produzieren. Wie man sieht, ein umfangreiches Anforderungsprofil, das kaum ein Spieler alleine erfüllen kann.
Deswegen macht es die Mischung. Stay-at-Home- und Offensiv-Verteidiger müssen genauso vorhanden sein, wie jung und alt, Geschwindigkeit und Brachialität.
Im letzten Jahr hat die Mischung nicht gestimmt. Es fehlte neben der körperlichen Präsenz vor allem die Ruhe im Aufbau und die Ruhe im Powerplay, die Fehlerquote war insgesamt deutlich zu hoch und die Paare harmonierten auch nicht miteinander.
Man hatte durchaus Spieler mit individueller Klasse, aber keine eingeschworene Abwehr.
So stand für Stefan Wagner und Axel Kammerer in der Mannschaftsplanung die Abwehr auch ganz oben auf der To-Do-Liste. Aus dem alten Kader wurden insgesamt drei Spieler übernommen:
Guy Lehoux, Max Prommersberger und Peter Kathan. Keine Diskussion gibt es um Prommersberger. Der 21jährige Rotschopf überzeugt im Vorjahr ohne Wenn und Aber. Trotz seiner Jugend schon mit einer erstaunlichen Ruhe, wenig Fehler, respektlos, körperlich präsent - alle Anlagen sind vorhanden und wenn er sich dieses Jahr
im Offensivspiel weiter steigert, dann kann er wieder eine sehr wichtige Rolle im Schwenninger Abwehrgefüge einnehmen. Schwieriger waren die Entscheidungen bei Guy Lehoux und Peter Kathan. Beide Spieler sind erfahren, beide nicht für ihre Offensivfähigkeiten bekannt und beide werden das wohl auch nicht mehr lernen. Altmeister Guy Lehoux wirkte im Vorjahr mit dem Kapitänsamt überfordert, von seiner aus früheren Zeiten bekannten Aggressivität war wenig zu spüren, seinen Fighting Spirit ließ er daheim und bis auf ein gutes Stellungsspiel war auch spielerisch wenig von ihm zu sehen. Es besteht die Hoffnung, dass er mit einem besseren Partner und weniger Verantwortung wieder aufblüht, denn in seltenen Momenten ließ er aufblitzen, dass das Feuer bei dem 37jährigen noch brennt.
Er muss sich beweisen.Pether Kathan bekommt einen Drei-Monats-Try-Out-Vertrag (was für ein Wort). Mit viel gutem Willen kann man
sein Spiel im letzten Jahr als unauffällig bezeichnen, zu Gute halten muss man ihm, dass er längere Zeit mit einer Handverletzung zu kämpfen hatte. Er hat drei Monate Zeit sich neu zu beweisen, grundsätzlich ist sein Spielertyp auch gefragt. Der solide, unauffällige, treue und loyale Arbeit im eigenen Drittel.
Das kann er, aber kann er auch mehr? Entwicklungspotential ist in seinem Alter wohl nicht mehr vorhanden. Trotzdem glaube ich, dass er nach den drei Monaten länger bleibt, denn als Mentor für die jungen Leute ist er mit Sicherheit ein gefragter Mann.
Insgesamt hat man aus dem Vorjahr das behalten, was vertretbar ist. Auch wenn man bei Schutte darüber hätte diskutieren können.

Schauen wir auf die Neuzugänge: 2 Ausländer kamen neu, dazu zwei junge Leute aus Tölz. Betrachten wir die Ausländer. Adam Borzecki (
ach ja, auch aus Tölz) ist ein gestandener 2. Liga Spieler polnischer Herkunft mit Nordamerika-Erfahrung. Kammerer schwärmt von ihm als Musterprofi und in Bad Tölz hat er vier Jahre lang überzeugt. Er hat Gardemaß, er ist körperlich präsent, er kann checken und aufräumen und den Torwart beschützen. Etwas was wir von Lehoux erwartet, aber die letzten Jahre immer vermisst haben. Im Gegensatz zu Lehoux kann er aber auch einiges für die Offensive tun.
Von ihm muss der gute erste Pass kommen, er muss auch im Powerplay den Abschluss suchen. Aber er kann das, da bin ich überzeugt.
Der andere Ausländer (ausnahmsweise nicht aus Tölz) heißt Ryan Gaucher,
hat über 100 AHL-Spiele auf dem Buckel und sich in den letzten drei Jahren in Österreich, Dänemark und bei den Kassel Huskies in der DEL bewiesen. Auch wenn man bei den Huskies gesehen hat, dass die DEL für ihn vielleicht ein Stückchen zu groß ist, das Potential zum
Führungsspieler in Liga 2 hat er und genau das muss man von ihm auch erwarten können. Er muss das Spiel in der Offensive ankurbeln, er muss das Powerplay organisieren und darf nebenbei die Defensive nicht zu sehr vernachlässigen. Ja,
es sind hohe Erwartungen an ihn, aber wenn man seine Vita betrachtet, dann darf man ihn auch nicht zu sehr in Schutz nehmen. Vom Papier her ein sehr guter Griff, warten wir ab, wie er sich auf unserem Eis präsentiert.
Bei den beiden jungen Leuten muss man Unterschiede machen. Obwohl
Andreas Gawlik mit 19 Jahren noch mehr als ein Jahr
jünger ist als Florian Kirschbauer, ist er in der Entwicklung schon wesentlich weiter. Ein erfolgreiches Jahr in der Oberliga in Weiden, ein erfolgreiches Jahr bei Tölz in Liga 2. Seine Entwicklung ist konsequent, sein Weg eine stetige Steigerung. Ruhe und Abgeklärtheit trotz seiner Jugend, in diesem Jahr muss er sein Offensivspiel weiter stabilisieren und versuchen mehr für den eigenen Aufbau zu tun. Mit Axel Kammerer hat er denselben Trainer wie im Vorjahr, die Voraussetzungen sind also gegeben.
Hoffen wir, dass er es umsetzt. Florian Kirschbauer braucht sicher noch ein bißchen. Er hat Gardemaß, ist körperlich stark, aber in Sachen punkten und Spielaufbau noch Nachholbedarf. Hoffen wir, dass er die Zeit bekommt, sich bei und weiter zu entwickeln. Spielt er zu Beginn erstmal
möglichst fehlerlos in der Defensive, dann ist das auch schon einiges wert. Der Rest kann dann mit der Zeit kommen.
Insgesamt wirkt die Abwehr deutlich durchdachter zusammengestellt. Gaucher und Borzecki als überdurchschnittliche Ausländer für die Offensive, Lehoux, Kathan und Kirschbauer als Shut-Down-Verteidiger und mit Prommersberger und Gawlik die jungen Wilden, bei denen man sehen muss, wohin sich der Weg entwickelt. Dazu eine Größe im Schnitt deutlich über 1,80m, die Verteidigung sollte ihrer Rolle gerecht werden können.
Silverthorn verteidigen, den gegnerischen Sturm aufhalten und gleichzeitig das eigenen Spiel ankurbeln.
Was mir ein bißchen fehlt ist ein erfahrener Rechtsschütze, mit Gawlik und Kirschbauer hat man da nur zwei junge Leute.
Auch der typische knallharte Blueliner ist im Kader nicht vorhanden, mal schauen wer in diese Rollen hineinwachsen kann. Fraglich ist auch, was passiert, wenn die jungen Leute in ihrer Entwicklung stagnieren und Lehoux und Kathan sich im Vergleich zum Vorjahr doch nicht steigern können.
Dann holt man eben Droppa.....
Kommentare
Do, 05.08.2010 15:21
Find ich gut das du das genau mal schreibst, was ich z.Z. sa ge. Wir sind noch nicht meiste r und ich muss mir auch [...]
Mi, 04.08.2010 20:30
gut so !!!! es kann sich sehen lassen
Fr, 30.07.2010 11:37
Ich habe dem ehrwürdigen Abt n ichts mehr hinzu zu fügen.
Di, 06.07.2010 09:38
Zur zeit gibt es da keine Mögl ichkeit. Du müsstest das gesam te RSS Widget umschreiben. Fal ls du das vorhast, wäre [...]
Di, 06.07.2010 04:17
Hallo! Super Anleitung hier - Respekt!!! Weiß einer vo n euch wie man in den RSS Feed auch Fotos rein bekommt [...]