Kurz zur Story: Rourke spielt Randy "The Ram" Robinson, einen alternden Profi-Wrestler, der seine großen Zeiten seit 20 Jahren hinter sich hat und sich mühsam sein Geld mit Kämpfen in Schulturnhallen verdient, in einem heruntergekommenen Wohnwagen lebt und den meisten Teil seiner Freizeit in einem Strip-Schuppen verbringt, da er dort mit seiner Lieblingsstripperin die einzige echte oder vermeintliche Ansprechpartnerin in seinem Leben hat. Er hat eine Tochter, die er schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat und schafft aushilfsweise in einem Supermarkt-Lager. Aufgrund von jahrelangem Steroid-Mißbrauch erleidet er nach einem Kampf einen Herzinfarkt und der Arzt rät ihm eindringlich mit dem Wrestling aufzuhören. The Ram versucht sein Leben neu zu ordnen, sucht sich einen Job, nimmt Kontakt zu seiner Tochter auf - und scheitert vollständig.......
Gerade das hier angedeutete macht den Film so sehenswert. Es ist kein Happy-End Film. Er hat keinen unangreifbaren Superhelden. Es ist kein typischer Sportfilm an dem wie bei den Rocky-Filmen am Ende der Gute doch noch gewinnt. The Ram ist ein gebrochener Held, ein Versager, ein Gescheiterter, der sich mühsam über Wasser hält und seinen Körper quält und schindet um am Ende nichts herauszubekommen. Rourke spielt den vernarbten alten Recken mit einer unglaubichen Glaubwürdigkeit und Intensität. Der unstete Lebenswandel von Rourke passt perfekt auf die von ihm erstklassig verkörperte Rolle. Bereits nach wenigen Minuten hat man das Gefühl, das man nicht Rourke sondern wirklich The Ram auf der Leinwand sieht.
Die Intensität zeigt sich vor allem in der Darstellung der Kämpfe. Wenn sich die Recken vor wenigen hundert Zuschauer für ein paar wenige Dollar gegenseitig mit Tackern, Reißnägeln und Stacheldraht bearbeiten, dann dreht sich einem fast der Magen um und man fragt sich wirklich "Wer will sowas eigentlich sehen?" Wie tief müssen Menschen sinken, dass sie es nötig haben solche Perversitäten für Geld zu machen?
Ich würde mich durchaus Wrestling-Sympathisant bezeichnen und schaue immer mal wieder gerne bei DSF und Eurosport in die Übertragungen der WWE rein. Doch es ist eine reine Glitzerwelt und dieser Film zeigt eindrücklich, dass die großen Zeiten der Helden auch schnell vorbeigehen und bietet nebenbei interessante Einblicke in die Umkleiden, zeigt wie sich die Kämpfer vorbereiten um sich der Show wegen im Ring dann selber zum Bluten zu bringen und gemeinsam die Kämpfe absprechen. Die Fassade der comicartigen Ringhelden zerbricht blitzschnell und gibt den Blick frei auf einen Abgrund aus Steroiden, Drogenmißbrauch und einem total verpfuschten Leben.
Die sehr unruhige Kamera von Aronofsky, die The Ram oft mit wenigen Zentimetern Abstand folgt, gibt dem Film teilweise den Charakter einer Dokumentation und gibt dem Zuschauer noch viel mehr das Gefühl den Protagonisten wirklich zu begleiten und immer tiefer in seine Welt mit abzutauchen.
Was dem Film bei mir die Höchstwertung verweigert, ich hätte mir ein paar mehr Hintergründe gewünscht, warum The Ram abgestürzt ist, warum er keinen Kontakt zu seiner Tochter hat; im Grunde genommen alles Sachen, die sich perfekt für einen Director's Cut eignen. Insgesamt aber ist diese in der Form seltene Charakterstudie mit einem grandiosen Mickey Rourke ein absolute "Must-See"!
9,5 von 10 Punkten.




Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]