Mittwoch, 18. Februar 2009
Differenzierte Betrachtung zum Derby Wild Wings - Freiburg...
...wenn man denn bei 2.300 Zuschauern von einem echten Derby sprechen. Zuerst einmal rein ergebnistechnisch tut so eine Niederlage gegen den Erzrivalen natürlich sehr sehr weh, die Fanseele schmerzt. Allerdings musste das ja mal kommen. Die letzten tollen Derbys gingen an uns. 6:0 im Tal, 9:3 daheim - es war zu erwarten, dass auch die Wölfe mal wieder einen denkwürdigen Sieg landen. Glückwunsch, auch wenns weh tut. Leben kann man damit, das ist nunmal Sport und wir werden auch wieder glorreiche Siege feiern.
Viel enttäuschender ist die Art wie das Spiel auf dem Eis und im Umfeld abgelaufen ist. Dass am Ende teilweise sogar Freiburger beklatscht werden, lässt mich sprachlos stehen.
Ich glaube, dass wir dieses Jahr einfach eine Mannschaft haben, die für dieses Spiel nicht bereit war. Das hat sich wieder einmal klar gezeigt. Es sind gute Spieler, aber es ist definitiv kein Team. Das Team will es spielerisch lösen, kann es aber nicht kämpferisch. Sie können es einfach nicht. Sie können die Leidenschaft nicht aufs Eis bringen, das harte Arbeiten liegt ihnen nicht. Warum ist das so? Keine Ahnung - es gibt nunmal unterschiedliche Spielertypen. Arbeiter und Schönspieler, Kämpfer und Techniker. Wir haben leider keine "Eisfresser" im Team. Wir können den Schalter in wichtigen Spielen nicht umlegen, wir können nicht Eishockey arbeiten. Ich glaube unser Team kann hervorragendes Eishockey spielen - solange der Gegner nichts dagegen hat. Muss man für den Sieg aber kämpfen und arbeiten, dann kriegen wir die Krise.
Genauso war es auch heute im Derby: Es fing perfekt an, eine herzhafte Rauferei bereits beim Aufwärmen bereitete eigentlich den Boden für ein emotionales Derby. Peter Salmik sagte in der Pressekonferenz richtig: "Unser Team ist dadurch aufwacht." Leider das Team der Wild Wings nicht. Ein Droppa lässt sich vor dem Spiel dreimal ins Gesicht schlagen und gibt das im Spiel dem Übeltäter nicht mal ansatzweise zurück. Was ist denn das für ein Verhalten? - Es liegt daran, dass die Spieler auch Menschen sind. Auch da gibt es unterschiedliche Typen. Heißsporne und Feiglinge. Leider haben wir bei unserer Mannschaft keine gesunde Mischung, keine Drecksau, sondern alles eher brave Spieler. Und dann verliert man solche emotionalen Spiele eben.
Man muss dabei aber differenzieren. Ein Mayr zum Beispiel hat im Rahmen seiner Möglichkeiten ein tolles Spiel gemacht. Auch Schröder und Geiger haben viel Einsatz gezeigt. Klar Geiger mit einer dummen Strafe am Ende - aber er ist ja noch jung. Das kann man verzeihen. Die Checking Line hat funktioniert, hat gerackert, hat das Spiel des Gegners zerstört. Übrigens sieht man daran, dass viele tolle Aussagen in den Foren a la "Die Mannschaft kann auch verlieren, wenn sie den kämpft" nichts als reine Lippenbekenntnisse sind. Denn diese Spieler haben gekämpft und ihre Leistung gebracht.
Viel enttäuschter bin ich von unseren für die "Produktion" zuständigen ersten beiden Reihen. Braves Spiel, natürlich auch ein paar Checks, aber was für welche? Beuker checkt grundsätzlich daneben, die anderen sind körperlich zu klein. Keiner, der das Spiel an sich reißt. Keiner, der die anderen führt und ein Spiel alleine entscheidet. So wie es Bousquet heute in den ersten Minuten für Freiburg gemacht hat. Er wäre der Spielertyp, der uns gefehlt hat. Jemand, der ein Spiel auch mal alleine entscheidet. Warum er das in seiner Zeit bei uns nicht zeigen konnte - keine Ahnung?
Fakt ist für mich, dass unserem Team drei Sachen fehlen:
- 2 das Spiel führende könnende Center, die die Partie ansich reißen und ein Spiel entscheiden können. Die wie Whity oder Junker ein Spiel entscheiden können, die rackern, die die anderen on-ice und off-ice mitreißen. Davon haben wir dieses Jahr keinen. Alles gute Spieler, aber eher welche die auf einen Führungs-Mitspieler angewiesen sind.
- Eine richtige Drecksau, die auch mal linke Methoden anwendet. So wie es Hassan, Chyzowski, Rymsha oder Dwyer waren. Ein Dwyer hätte heute beim Aufwärmen sicher für Ordnung gesorgt. Ein Hassan hätte sich nicht mehrfach ins Gesicht schlagen lassen - dann wären auf jeden Fall beide vorzeitig duschen gegangen. So eine Aktion kann durchaus das Momentum wenden und ein Spiel auch mal drehen.
- Ein wirklich starker Torwart: Das 3:0 und damit quasi die Entscheidung muss sich Fous ankreiden lassen.
Insgesamt lässt sich für mich das Fazit ziehen, dass die Spieler im Rahmen ihrer Möglichkeiten heute gekämpft haben. Aber die Fehler sind in der Zusammenstellung der Mannschaft geschehen. Beide Trainer haben es nicht geschafft ein Team zu formen. Die Spieler wollten heute, sie konnten aber nicht. Es sind einfach nicht die Typen dafür. Und hier muss man fürs nächste Jahr unbedingt ansetzen.
Es muss ein Sportmanager her, der über weitreichende Kompetenzen verfügt und Eishockey-Fachwissen und viele Kontakte in sich vereint. Dann gehört ein ausgewogenes Team zusammengestellt, dass alle Spielertypen vereint. Nicht nur die, die für die Punkte sorgen können, wenn es sowieso läuft und andere die Drecksarbeit gemacht haben. Das Schwierigste dabei ist die Frage, ob der Sportmanager wirklich die nötige Handlungsfreiheit bekommt. Aber das ist ein anderes Thema über das ich ein anderes Mal bloggen werden.
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Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]