Ich bin ganz zufrieden aber müde. Mit dem verhältnismäßig deutlichen und von mir auch vorausgesagten Wahlsieg von Barack Obama ist der Kandidat Präsident geworden, den ich für den fähigeren halte. Jetzt muss er Taten sprechen lassen. Ich habe die Nacht bis gegen 4 vor dem Fernseher verbracht, mir die Zeit neben bei mit etwas NHL-Eishockey versüßt und war mir nach der Bekanntgabe von Ohio und Pennsylvania so sicher, dass Obama die Wahl gewinnt, dass ich beruhigt ins Bett gehen konnte.
Mein Fernsehsender gestern war CNN. Die hatte einige wirklich geile Riesen-Touchscreens im Studio, technisch war das eine Klasse besser als alles was ich in Deutschland bisher gesehen habe. Spannend mit den ganzen Live-Zahlen war es nur bis zu einem gewissen Grade, dafür ist das Wahlergebnis zu deutlich.
Dienstag, 4. November 2008
Der große Tag - Amerika wählt
Heute ist es endlich soweit. Unsere Freunde über den großen Teich in Amerika wählen Ihren neuen Präsidenten. Ich hatte mich bereits einmal über diese Wahl ausgelassen, mich dort aber einer eigenen Meinung enthalten. Die Kommentare waren pro Obama und entsprechend damit dem in Deutschland grassierenden Barack "Yes we can!" Obama-Hype. Eine - natürlich nicht unbedingt repräsentative - Umfrage im StudiVZ erbrachte einen Rekordwert von 91,5% für den Demokraten. So deutlich wird es nicht werden und es zeigt eben auch, dass wir Deutschen in vielen Bereichen anders denken als die Amerikaner. Wir sehen auf der einen Seiten einen alten Vietnamkrieger, der voraussichtlich die Bush-Politik fortsetzen wird, garniert mit einer etwas trotteligen Frau, die gerne jagt und sich für außenpolitisch gebildet hält, weil sie von Alaska aus Russland sehen kann. Und dementsprechend fragt sich jeder, wie kann man nur John McCain und Sarah Palin wählen.
Dem gegenüber steht der strahlende, jungendliche Obama. Ein Afro-Amerikaner, der sich von unten hochgearbeitet hat, jemand der vollmundig Steuersenkungen, ein besseres Gesundheitssystem und das Ende des Irak-Krieges verspricht. Wir glauben ihm, lassen uns von seinem rhetorischen Talent, seinen hervorragend durchchoreographierten Auftritten blenden und verführen und übersehen dabei, dass er in seiner politischen Karriere bisher kaum bewiesen hat, dass er es wirklich kann. Ganz platt gesagt: Personen kommen deutlich vor Inhalten. Genau der Fakt, der in Deutschland immer an amerikanischen Wahlkämpfen kritisiert wird, lässt uns alle zu begeisterten Obama-Jüngern werden.
Dabei übersehen wir, dass die Wahl längst nicht so deutlich ist. Während sich die ganze Welt auf den CHANGE freut, kann es am Ende doch ganz anders ausgehen. Denn für die Amerikaner spielen auch noch viele andere Dinge eine Rolle. Allein die bibeltreue konservative Rechte kann mit einem schwarzen Präsidenten nichts anfangen, dazu kommen die Beschränkungen im Waffenrecht die Obama fordert bei vielen Amerikaner nie gut an. Das reicht von Kritik bishin zu offenem Hass. Obama gilt zudem als unerfahren, gerade im außenpolitischen Bereich, nicht verwurzelt im Washingtoner Establishment. Alles Argumente in denen John McCain kräftig punkten kann. Dazu kommen noch Faktoren bei der Wahl, die wir in Deutschland so gar nicht kennen. Und so kann sich doch der eine oder andere in der Wahlkabine noch im letzten Moment überlegen: "Ist das nur ein Hype oder kann Obama das überhaupt?" und das Wahlergebnis entgegen den Umfragen in eine überraschende Richtung ausschlagen lassen. Aber ich persönlich glaube nicht daran und ich hoffe es auch nicht.
Denn ich würde auch Obama bevorzugen. Insgesamt scheinen seine Ansichten vernünftiger zu sein, zudem wäre er wirklich mal ein junger,frischer und unverbrauchter Politiker der nach 8 Jahren Bush frischen Wind in die transatlantischen Beziehungen und die Weltpolitik bringen kann. Gut finde ich seine grundlegende Bereitschaft in allen Konfliktfragen die Waffe der Diplomatie zu wählen. Auch seine Pläne zum Rückzug aus dem Irak sind zu begrüßen. Dass man sich dafür stärker in Afghanistan engagiert macht für mich Sinn, auch wenn dadurch wir Deutsche als Bündnispartner mehr in die Pflicht genommen werden. Dieser Pflicht können wir uns auf Dauer sowieso nicht entziehen, wenn wir eine wichtige Rolle in der Staatengemeinschaft spielen wollen. Mehr für die Amerikaner als für uns ist es interessant, wie er seine geplanten Steuersenkungen und Sozialverbesserungen angesichts der weltweiten Finanzkrise durchsetzen kann. Hier bin ich sehr gespannt, ob und wie er von seinen Versprechungen abrücken muss. Grundsätzlich ist ein wirtschaftliches starkes Amerika für uns als Exportweltmeister nur von Vorteil.
Bei John McCain würde ich dagegen eine - abgemilderte - Fortsetzung der Bush-Politik befürchten, zudem halte ich ihn einfach für zu alt für dieses Amt. Ich befürchte, dass er den Belastungen auf Dauer nicht gewachsen sind, zudem sind seine Ansichten in vielen Punkten zu konservativ und eingefahren. Und die düstere Prognose das der alte Mann einmal durch Frau Palin abgelöst wird, löst bei mir ein kaltes Grauen hervor. Nein - John McCain, auch wenn er als Kriegsveteran und Patriot sicher nur das Beste für sein Land will, ist für mich nicht der richtige Kandidat für das Amt des nächsten amerikanischen Präsidenten.
Wie es ausgeht wird die Nacht wird es zeigen. Auch wenn ich mich damit in der Minderheit befinde, ich habe vor die Nacht so lange es geht vor dem Fernseher zu verbringen. Und bis dahin hilft der Liveticker.
Dem gegenüber steht der strahlende, jungendliche Obama. Ein Afro-Amerikaner, der sich von unten hochgearbeitet hat, jemand der vollmundig Steuersenkungen, ein besseres Gesundheitssystem und das Ende des Irak-Krieges verspricht. Wir glauben ihm, lassen uns von seinem rhetorischen Talent, seinen hervorragend durchchoreographierten Auftritten blenden und verführen und übersehen dabei, dass er in seiner politischen Karriere bisher kaum bewiesen hat, dass er es wirklich kann. Ganz platt gesagt: Personen kommen deutlich vor Inhalten. Genau der Fakt, der in Deutschland immer an amerikanischen Wahlkämpfen kritisiert wird, lässt uns alle zu begeisterten Obama-Jüngern werden.
Dabei übersehen wir, dass die Wahl längst nicht so deutlich ist. Während sich die ganze Welt auf den CHANGE freut, kann es am Ende doch ganz anders ausgehen. Denn für die Amerikaner spielen auch noch viele andere Dinge eine Rolle. Allein die bibeltreue konservative Rechte kann mit einem schwarzen Präsidenten nichts anfangen, dazu kommen die Beschränkungen im Waffenrecht die Obama fordert bei vielen Amerikaner nie gut an. Das reicht von Kritik bishin zu offenem Hass. Obama gilt zudem als unerfahren, gerade im außenpolitischen Bereich, nicht verwurzelt im Washingtoner Establishment. Alles Argumente in denen John McCain kräftig punkten kann. Dazu kommen noch Faktoren bei der Wahl, die wir in Deutschland so gar nicht kennen. Und so kann sich doch der eine oder andere in der Wahlkabine noch im letzten Moment überlegen: "Ist das nur ein Hype oder kann Obama das überhaupt?" und das Wahlergebnis entgegen den Umfragen in eine überraschende Richtung ausschlagen lassen. Aber ich persönlich glaube nicht daran und ich hoffe es auch nicht.
Denn ich würde auch Obama bevorzugen. Insgesamt scheinen seine Ansichten vernünftiger zu sein, zudem wäre er wirklich mal ein junger,frischer und unverbrauchter Politiker der nach 8 Jahren Bush frischen Wind in die transatlantischen Beziehungen und die Weltpolitik bringen kann. Gut finde ich seine grundlegende Bereitschaft in allen Konfliktfragen die Waffe der Diplomatie zu wählen. Auch seine Pläne zum Rückzug aus dem Irak sind zu begrüßen. Dass man sich dafür stärker in Afghanistan engagiert macht für mich Sinn, auch wenn dadurch wir Deutsche als Bündnispartner mehr in die Pflicht genommen werden. Dieser Pflicht können wir uns auf Dauer sowieso nicht entziehen, wenn wir eine wichtige Rolle in der Staatengemeinschaft spielen wollen. Mehr für die Amerikaner als für uns ist es interessant, wie er seine geplanten Steuersenkungen und Sozialverbesserungen angesichts der weltweiten Finanzkrise durchsetzen kann. Hier bin ich sehr gespannt, ob und wie er von seinen Versprechungen abrücken muss. Grundsätzlich ist ein wirtschaftliches starkes Amerika für uns als Exportweltmeister nur von Vorteil.
Bei John McCain würde ich dagegen eine - abgemilderte - Fortsetzung der Bush-Politik befürchten, zudem halte ich ihn einfach für zu alt für dieses Amt. Ich befürchte, dass er den Belastungen auf Dauer nicht gewachsen sind, zudem sind seine Ansichten in vielen Punkten zu konservativ und eingefahren. Und die düstere Prognose das der alte Mann einmal durch Frau Palin abgelöst wird, löst bei mir ein kaltes Grauen hervor. Nein - John McCain, auch wenn er als Kriegsveteran und Patriot sicher nur das Beste für sein Land will, ist für mich nicht der richtige Kandidat für das Amt des nächsten amerikanischen Präsidenten.
Wie es ausgeht wird die Nacht wird es zeigen. Auch wenn ich mich damit in der Minderheit befinde, ich habe vor die Nacht so lange es geht vor dem Fernseher zu verbringen. Und bis dahin hilft der Liveticker.
Montag, 3. November 2008
Ündrea Apsilanti
die sympathische Hessin mit dem siegesgewissen Gesichtsausdruck und dem unanständigen Machtwillen hat es nicht geschafft. Und ich kann meine Freude darüber nicht verhehlen. Denn wer so unanständig und offensichtlich sein Wort bricht, der hat es nicht verdient, dass er damit auch noch durchkommt. Man kann darüber streiten, ob die späte Bekanntgabe richtig ist, aber man sollte es respektieren. Hält man den vier "Rebellen" zu Gute, dass sie lange mit sich selbst gerungen haben, dann muss man ihnen eben jeden Tag Bedenkzeit zugestehen. Auch wenn es bis zum Ultimo dauert. Immer noch besser und offener als jemanden in der Abstimmung vor die Wand fahren zu lassen, wie es Heide Simonis bitter erleben musste.
Im Endeffekt kommt es für mich aber nicht so überraschend - spätestens nach dem Parteitagsauftritt von Jürgen Walter war zu erwarten, dass da etwas nachkommen wird. Der ebenso ambitionierte und machtbewußte SPD-Vize hat es wohl nicht verwunden, sein Wunschministerium nicht zu bekommen, nachdem er schon parteiintern gegen Ypsilanti unterlegen war. Die gute Andrea hat stattdessen auf den altlinken Polterer und Brummbär Hermann Scheer gesetzt, ein Fehler wie sich jetzt zeigt. Bei so knappen Mehrheiten muss ich dann eben so gefährlichen Gegnern wie Walter in der Ministerienfrage entgegen kommen. Oder ebenso spektakulär scheitern wie wir es in Hessen gerade erleben.
Spannend werden die Auswirkungen auf die Bundes-SPD sein. Münterfering wird nicht anders können als Ypsilanti fallen zu lassen und sich bundesweit klar gegen die Linke zu positionieren. Denn ein rot-grün-rotes Bündnis ist offensichtlich auf Jahre hinaus gescheitert. Ebenso spannend werden die Auswirkungen auf die Umfragewerte sein. "Bestraft" es der Wähler, dass die SPD zum 2. Mal seit Schleswig-Holstein ihren eigenen Laden nicht im Griff hat und die Flügelkämpfe auf der großen Bühne anstatt hinter verschlossenen Toren austrägt? Ich glaube weniger. Die SPD wird konstant auf niedrigem Niveau bleiben, die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft werden den Wähler viel mehr beschäftigen als die gescheiterten Machtspielchen einer blassen Ündrea Apsilanti.
Viel verwerflicher und respektloser finde ich übrigens das Verhalten diverser SPD-Politiker, die in übelster Weise auf die Entscheidung der vier Rebellen einschlagen. Phrasen wie "moralisch verwerflich", "menschliche Katastrophe" oder "Schande" sind bestimmt nicht die richtigen Bemerkungen über Abgeordnete, die nur ihrem Gewissen verpflichtet sind und im Wahlkampf immerhin alle versprochen haben, auf keinen Fall mit den Linken zu paktieren.
Ich freue mich, dass dieser Bumerang der Verlogenheit zurückkommt und Andrea Ypsilanti medienwirksam erschlägt. Freuen dürfte sich auch Roland "Gollum" Koch. Bleibt er doch vorerst auf dem Regierungssessel sitzen und hat auch bei möglichen Neuwahlen die besten Chancen.
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Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]