Ich habe mich einige Zeit mit Kommentaren über die Wild Wings zurückgehalten. Der Grund war der, dass ich mich nicht der allgemeinen Panikmache im Forum und im Stadion anschließen wollte, die nach noch nichtmal 10 gespielten Partien schon den Weltuntergang beschwörten und diverse Köpfe rollen sehen wollten. Nachdem das letzte Wochenende mit 2 Siegen erfolgreich gestaltet werden konnte, sollte ein bißchen Ruhe eingekehrt sein und ich kann die Situation mal in aller Ruhe betrachten und aus meiner Sicht analysieren:
Ausgangslage: Die Mannschaft wurde komplett umgekrempelt, 17 neue Spieler und ein neues Trainerteam wurden geholt. Außerdem wurde die Halle umgebaut, so dass die Vorbereitung komplett auswärts absolviert werden musste. Sicherlich alles keine idealen Voraussetzungen für eine Mannschaft die sich noch finden muss. Dabei geht es nicht nur um die spielerische Harmonie, auch eine Hackordnung, eine Hierarchie muss sich in einem neu formierten Team erstmal herausbilden. Dies geht nicht in zwei Wochen, das bedarf einiger Zeit, auch mal eines Kraches oder ein paar beleidigte Spieler. Wichtig ist, dass man sich danach zusammenreißt und gemeinsam an einem Strang zieht. So eine Teambildung fällt natürlich umso schwerer, wenn die Erfolge nicht da sind.
Wie die Saison begann: Die Vorbereitung war in Ordnung, der Saisonstart durchaus gelungen. Am zweiten Spieltag gewann man in Garmisch und wurde anschließend von den Fans bereits mit Spalier und Jubel am Mannschaftsbus gefeiert. Wie viel ein Sieg in Garmisch wert war, zeigt der aktuelle Zustand des SC Riessersee. Anschließend gewann man in München und verlor nur knapp in Weißwasser. Ich vermute, dass sich in der Mannschaft dort schon der Gedanke festgesetzt hat: "Wir haben es geschafft, wir sind ein Team, die Fans lieben uns und der Rest geht von selbst." Das dem nicht so ist musste das Team schmerzhaft am 3. Oktober erfahren. Vor ausverkauftem Haus in der neuen Arena wurden sämtliche Erwartungen enttäuscht und es setzte eine bittere Heimniederlage gegen Bad Tölz. Danach verlor man bei Angstgegner Landshut und enttäuschte erneut in den beiden Derbys gegen Bietigheim und in Freiburg. Wenn man sich die Tabelle anschaut und sieht, dass man gegen die Mannschaften auf den Plätzen 1, 2 und 3 verloren hat - dann relativieren sich die Niederlagen genauso wie es der Sieg in Riessersee beim Anblick der Tabelle tut. Unsere Mannschaft ist und war einfach noch nicht soweit.
Hurra, die Krise ist da: Nach den fünf sieglosen Spielen war die Krise dann da. Insbesondere die Derbyniederlagen taten dem Fanherz sehr weh. Mir auch. Blühende Fantasie wurde in allen möglichen Theorien demonstriert: Vom wiedermal allein schuldigen Petr Kopta, über Gesellschafter die die Aufstellung bestimmen, der Unfähigkeit von Jari Pasanen bishin zu anderen obskuren Ideen wurde eigentlich jede denkbare Möglichkeit als Grund für die Krise angeführt.
In meinen Augen nicht bedacht wurde dabei, dass Rückschläge zu einem Prozess der Mannschaftsbildung hinzugehören. Die ersten Spiele liefen zu gut, wurden nicht kritisch genug reflektiert. Dann traf man auf starke Gegner und konnte den Hebel nicht umlegen. Das Team wollte, aber die Spieler verkrampften. Fehler schlichen sich ein, das Publikum äußerte Unmut, der Druck nahm zu, weitere Fehler.... und... und... und. Ein Teufelskreis.
Was wohl geholfen hat: Die Mannschaft hat sich ohne Trainer zusammengesetzt und ein Krisengespräch geführt und sich ausgesprochen. In solchen Sitzungen können sich Wortführer zeigen, Spieler, die dann auch auf dem Eis das Team führen können. Gemeinsam mit den Verantwortlichen und den Trainern wurden dann die Ergebnisse offen besprochen und umgesetzt. Mit neuer Motivation und neuem Kampfgeist konnten dann Siege gegen Heilbronn und in Crimmitschau eingefahren werden. Sicherlich keine spielerischen Glanzlichter, aber die Resultate stimmen, die Erleichterung ist allenthalben spürbar und das Selbstvertrauen kehrt zurück. Denn es sind nur Kleinigkeiten die fehlen, in einem Team, das ein Riesenpotential hat.
Und die Zukunft: Ich hoffe, dass das Wochenende ein Startschuß war. Stück für Stück sollte man sich spielerisch verbessern und wieder oben angreifen. Mit fünf Heimspielen unter den nächsten sechs Spielen hat man dafür nahezu perfekte Voraussetzungen. Der Anfang ist gemacht, das Team hat gezeigt, dass es noch lebt. Jetzt gilt es diesen Weg mit harter Arbeit und viel Schweiß weiterzugehen. Ich bin als Fan dabei! Und wünsche mir für die Zukunft, dass man Rückschläge und Niederlagen gerade zu Beginn mit etwas mehr Abstand, Ruhe und weniger Himmelhochjauchzendzutodebetrübt ohne Zwischentöne betrachtet.
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Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]