Mit diesem Satz von Brigitte Mohnhaupt -gespielt von Nadja Uhl - kurz vor Ende des Filmes "Der Baader-Meinhof-Komplex" wird für mich schon die Botschaft des Filmes ausgedrückt, den ich mir gestern abend zum deutschlandweiten Kinostart gegönnt habe. Als Gesamtfazit möchte ich vorweg schicken, dass mich die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Stefan Aust beeindruckt, aber nicht restlos begeistert hat.
Der Film stellt chronologisch die Geschichte der 1. Generation der RAF da, beginnend bei den Ausschreitungen anläßlich des Besuches des Schah von Persiens und der Ermordung Benno Ohnesorgs und endet mit dem Selbstmord der Inhaftierten in Stuttgart-Stammheim und der Ermordung Hanns-Martin-Schleyers. Damit wird der wichtigste Teil der RAF-Geschichte komplett abgedeckt. Der Film näherst sich dem Thema durch eine breite Bildsprache, Effekthascherei und diverse Tempowechsel. Garniert ist das Ganze mit immer wieder eingespielten historischen Originaldokumenten. Manch effektvolle Szene zielt dabei in Richtung Eventkino, stellt den Dokumentationscharakter etwas in den Hintergrund. Für einen Spielfilm ist das aber in Ordnung.
Über die Handlung muss man wenig Worte verlieren, der geneigte Leser ist über die Taten der RAF informiert, der Film liefert dabei recht eindrückliche Blicke in die inneren Kreise und versucht mehr über die Motive und Beweggründe herauszuarbeiten. Als Hauptfigur fungiert dabei Ulrike Meinhof - gespielt von Martina Gedeck - die bis zum Ende zerrissen ist zwischen Familie und Revolution, zwischen verbalem und bewaffnetem Widerstand und nie die Radikalität von Gudrun Ensslin (Johanne Wokalek) und Andreas Baader (sehr charismatisch dargestellt von Moritz Bleibtreu) erreicht. Dadurch wirkt ein wenig menschlicher und geht beinahe noch als Sympathieträger durch. Ein Merkmal, das für Ensslin und Baader in keinster Weise gilt. Mag man zum Anfang noch Verständnis für Proteste und Revolutionsgedanken haben, geht dieses mit der zunehmenden Brutalität der RAF-Aktionen immer weiter zurück um am Ende auf dem Nullpunkt anzukommen. Denn die Wege und Methoden der RAF sind nicht zu billigen, auch wenn die Motive selbst bei BKA Chef Herold (glänzend gespielt von Bruno Ganz) in Teilen auf Verständnis stoßen. Aber die Menschenverachtung, die Rücksichtslosigkeit und die Radikalität von Baader und Ensslin entzaubern jeden noch so kleinen Mythos über Märtyrer im Freiheitskrampf. Es handelt sich um brutale, möglicherweise kranke Kriminelle. Wie in der Überschrift formuliert, man kann und darf sie nicht als Freiheitskämpfer sehen, man muss sie als Mörderbande verachten. Und dies zeigt der Film auch mit teils brutalen Bildern.
Eindrücklich die Darstellung, der Film ist auch relativ lang und man muss sich darauf einlassen. Warum bin ich trotzdem nicht restlos begeistert? Nach dem Tode Ulrike Meinhofs nach etwa 2/3 des Filmes nimmt der Film rasant an Tempo zu und zeigt in schneller Folge die Morde an Buback, Ponto und die Entführung Schleyers ohne detailliert auf Beweggründe einzugehen oder die Personen einzuführen. Für den Zuschauer heißt das, dass das Geschichtsbuch auf den Knien liegen oder das Wissen vorhandensein muss. Ohne Hintergrundwissen lässt der Film zu viele Fragen offen, rafft am Ende zuviele Stoff in zu kurze Zeit.
Man könnte argumentieren, dass sich der Film auf Baader & Ensslin konzentriert und die 2. Generation um Christian Klar und Mohnhaupt nur noch am Rande zeigen will. Trotzdem - mir fehlt da etwas, hier hat man - vielleicht mit Rücksicht auf die Filmlänge - wie auch an der einen oder anderen sonstigen Stelle etwas zuviel gespart. Für die ausführlichere Betrachtung des Deutschen Herbstes empfiehlt sich die Betrachtung des Filmes Todesspiel.
Trotz kleiner Schwächen würde ich den Film auf jeden Fall weiter empfehlen, er ist wichtig um klar zu zeigen, dass die RAF keinesfalls gerechtfertigt war und zeigt mit harten Bildern die harte Realität.
8 von 10 Punkten.




Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]