Samstag, 6. September 2008
Schön inszeniertes Sterben - "Wanted" im Kino
Gestern habe ich mir im Kino den Film Wanted zu Gemüte geführt. Der Film ist von Timur Bekmambetok, in den Hauptrollen spielen James McAvoy (der mir schon in Last King of Scotland sehr gut gefallen hat), Angelina Jolie und Morgan Freeman. Gleich vorneweg: Der Film war sehr unterhaltsam, kurzweilig und in Bild und Ton grandios inszeniert, schwankend zwischen Absurdität und Surrealismus, jedoch ohne großen tieferen Anspruch. Empfehlung: Definitiv ja!
Die Story ist schnell erzählt: Ein tausend Jahre alter Geheimbund von Webern besitzt einen magischen Webstuhl, der mit marginalen Fehlern im Stoff einen binärverschlüsselten Namen ausspuckt, der dann von den Killern der "Bruderschaft" umgelegt wird um das Gleichgewicht der Welt zu halten. Warum das so ist, wie der Webstuhl entstanden ist und andere logischen Fragen werden nicht beantwortet, sind auch nicht weiter wichtig. Der größte Langeweiler der Welt, Wesley Gibson - der bei Google auf 0 Suchergebnisse kommt, lahmarschiger Buchhalter wird eines Tages in der Apotheke von der Killerin Fox angesprochen, dass sein Vater ermordet wurde und er jetzt in die Bruderschaft eintreten muss um ihn zu rächen. Logisch? Nein! Störend? Ebenfalls Nein! Er wird zum Killer ausgebildet, erledigt einige Aufträge und muss im weiteren Verlauf des Filmes erkennen, dass nicht so ist wie es scheint. Mehr will ich vom Inhalt an dieser Stelle nicht verraten.
Eigentlich spielt der Inhalt auch keine Rolle. Der Film lebt von seinen mit einzigartigen Bildern inszenierten sterbenden Menschen. Mitleid oder Gefühle werden ausgeblendet, der Film konzentriert sich eiskalt auf den Mord an sich. In Notting Hill hieß es "Surreal aber schön!" Eine Kamera die ständig den Blickwinkel wechselt bis der Zuschauer nicht mehr weiß wo oben und unten ist, die dann plötzlich die Zeit extrem dehnt und um die Ecke fliegenden Kugeln folgt. Brilliant gefilmt und man sitzt faszinierend vor der Leinwand wenn die Protagonisten dann auf einmal im Zeitraffer auf Chicagos Hochbahn surfen. Dazu ein sehr gelungener Soundtrack, gepaart mit absurden Mordmethoden - mein absoluter Höhepunkt die "Time to say goodbye" - Szene. Seit langem nicht mehr eine so geniale Szene im Kino gesehen.
Wer nicht zartbesaitet ist und sich nicht an in extremer Zeitlupe aus der Stirn tretenden Kugeln stört, dem sei der Film unbedingt empfohlen. An einer tiefergehenden Interpretation versuche ich mich gar nicht erst. Die in der Spiegel-Online Kritik (die ansonsten gelungen ist) angeführten fast schon faschistoiden Züge kann ich so nicht nachvollziehen, dafür ist der Film zu absurd und sieht sich eigentlich selber ständig mit einem Augenzwinkern. Das Gezeigte kann man einfach nicht ernst nehmen. Muss man auch nicht. Einfach genießen.
(Seite 1 von 1, insgesamt 1 Einträge)




Kommentare
Mo, 21.11.2011 20:33
jetzt wird alles besser !Neuer Trainer und entlich ein neuer zweiter Spieler.Kann nur sage n super Wagner!!!!!!!
Mo, 21.11.2011 18:55
vom trainerverschleiß vergleic hbar mit dem hsv, vom spielern achkaufniveau vergleichbar mit den wölfen aus der vw-s [...]
Mo, 21.11.2011 16:58
Umbruch und Umbau??? Gerne hä tten das ALLE Fans "VOR" der S aison gesehen und nicht wenn e s als Zuschauer -keinen- [...]
Sa, 19.11.2011 16:08
Das mit dem Auspfeiffen sehe i ch nicht als so schlimm an. De r Fan darf sein Team bejubeln, der Fan darf schweigen, [...]
Sa, 19.11.2011 16:07
Ob das unbedingt der Center ma chen muss, darüber lässt sich natürlich streiten. Ich denke, das ist auch immer ein [...]