Web-Archive sei Dank, aus den gesammelten Newsmeldung der Wild Wings
aus der Saison 1999/2000 kann ich immer mal wieder zitieren, um ins
Gedächtnis zu rufen, was vor 12 Jahren bei den Wild Wings so passiert
ist.
1999/2000 zur Erinnerung: Wir befinden uns noch in der
DEL,Trainer ist Rich Chernomaz und im Vorjahr belegte man einen mäßigen
10. Platz. Quelle für alle Meldungen sind die SERC Wild Wings.
Hier also die Meldung vom 22.11.1999:
"Einige Herren wollen uns nicht
mehr in dieser Liga haben"
Mit diesen Worten sprach Rich Chernomaz nach der
unglücklichen Niederlage gegen die Eisbären das aus, was auch nicht unbedingt wenige
Fans auf der Tribüne so empfanden. Die Schiedsrichterleistung anders zu kommentieren, mag
zwar nicht gänzlich unmöglich zu sein, aber doch ziemlich schwer.
Zitat aus dem Südkurier: "SERC-Coach Rich Chernomaz
hütete sich, die Leistung des Unparteiischen direkt zu kommentieren. "Das kostet nur
Geld", sagte der Kanadier. Doch er machte auch ohne Worte keinen Hehl daraus, dass er
sich von Hellwig benachteiligt fühlte und holte zum Rundumschlag gegen die DEL-Führung
aus. "Einige Herren wollen uns nicht mehr in dieser Liga haben", wetterte
Chernomaz und lieferte den Grund gleich mit: Der SERC sei nach Landshuts Ausscheiden der
einzige verbliebene DEL-Club mit Vereinsstatus und deshalb bei den Herren Schäfer &
Co. unerwünscht."
Aber jetzt zum Spiel: Mit einem Paukenschlag nach 2 Minuten und 14 Sekunden sorgten die
Wild Wings in Form des "Glatzen-Sturmes"
wie die
Sturmreihe um Patrik Augusta, Iain Fraser und Scott McCrory bei den Fans inzwischen
liebevoll genannt wird für das 1:0. Patrik Augusta traf und jeder seiner Stürmerkollegen
durfte sich einen Assist gutschreiben. Überhaupt, diese Sturmreihe!!! Die spielt mit
jeder gegnerischen Abwehr Katz und Maus, es macht einfach richtig Spaß, denen
zuzuschauen. Und so langsam kommt auch der bis jetzt etwas vermisste Zug zum Tor dazu.
Das 1:1 fiel dann, als Mark Kolesar mit einer zumindest umstrittenen Strafzeit auf dem
Sünderbänkchen saß, Fortier fälschte unhaltbar für Beauregard ab. Mit diesem
Spielstand ging es dann auch in die Drittelpause.
Im zweiten Abschnitt tat sich dann nicht sehr viel, immer wieder scheiterten die Wild
Wings an der Abwehr und dem ausgerechnet an diesem Tag glänzend disponierten Goalie
Jaroslav. So kam, was kommen musste, mit einem Break der Eisbären erzielte Mike Bullard
das 2:1, den Pausenstand nach dem zweiten Drittel.
Im
Schlussabschnitt gaben zu Beginn wieder die Wild Wings den Ton an und nicht einmal zwei
Minuten waren gespielt, als Marc Laniel aus vollem Lauf mit einem satten Schlagschuss von
der blauen Linie unhaltbar für Kames zum 2:2 traf (A: Rick Girard, Iain Fraser). Und nur
knapp eine halbe Minute später stürzte Mark Kolesar die Fans in einen wahren
Freudentaumel. Nach Zuspiel von Todd
Harkins und Rick Girard erzielte der die
3:2-Führung.
Sollte sich mein ungutes Gefühl, das mich schon den ganzen Tag beschlich und selbst nach
dem schnellen 1:0 nicht verließ, etwa doch getäuscht haben? Leider nein!
Nur 48 Sekunden nach der Führung fiel der Ausgleich, wieder mal kurz nach der Führung.
Chitarroni traf zum 3:3. Und wieder nur drei Minuten später zog Godynyuk von links außen
ab. Ein gewaltiger Schlagschuss, der passgenau ins lange Eck einschlug: 3:4.
Danach spielte nur noch ein Team. Immer wieder hatten die Wild Wings dicke Chancen und
jedesmal scheiterten sie an Jaro Kames. Kurz vor Schluss nahm Coach Chernomaz eine Auszeit
und Goalie Beauregard vom Eis. Aber auch das half nix mehr. Zwar hatten die Wild Wings
noch eine richtig dicke Chance, aber wieder hielt Kames mit Glück und Geschick. Corriveau
ließ sich dann die Chance nicht entgehen und traf zum 3:5-Endstand ins leere Tor, was
Eisbären-Goalie Kames wie einen Irrwisch vor Freude übers Eis tanzen ließ. In der Tat,
dieser Mann durfte sich zu Recht freuen, war er doch der Garant des Sieges.
Kleiner Nachtrag aus dem Südkurier zur nichtstattfindenden Ehrung zum Spieler des Monats,
da Beauregard schon "stinksauer" in der Kabine war:
"Stéphane Beauregard dagegen hat seinen Stammplatz
zwischen den Schwenninger Pfosten sicher. Die Zuschauer wählten ihn sogar zum Spieler des
Monats Oktober. Dafür sollte der Franko-Kanadier nach dem Spiel gegen Berlin geehrt
werden. Die Führungsriege SERC stand mit einem Präsent bereit. Allein, der Schlussmann
fehlte. Nur wenige hatten bemerkt, wie der 31-Jährige sofort nach der Schluss-Sirene in
Richtung Kabine entschwand. Darauf angesprochen, wirkte Beauregard doch ein wenig
betroffen. "Es tut mir leid. Ich wusste nicht, dass ich geehrt werden sollte. Sonst
wäre ich natürlich dageblieben. Aber ich war einfach sauer, dass wir verloren
haben", ließ der Keeper seinen Emotionen freien Lauf."
Statistiken:
Strafen: Wild Wings 18, Eisbären 22 + 10 Min. Disziplinar (Felski, Fortier)
Zuschauer: ca. 4.200
Spieler des Tages: WW: Scott McCrory, Eisbären: Godynyuk (die WW-Fans:
"Hellwig!")


