Was war das gestern wieder für ein Spiel gegen die Indians? Verloren, aber Chancen ohne Ende. Gewollt, aber ohne Plan. Gekämpft, aber ohne Ruhe. Chancen, aber nicht verwertet. Es ist schon zum Verzweifeln, wenn man sieht, wie im Moment gar nicht viel geht. Dabei versucht die Mannschaft zu spielen, erkämpft sich auch Chancen, scheitert dann aber am eigenen Unvermögen oder verliert sich überhastet in Hektik.
Der Trainerwechsel brachte nicht den großen Effekt - war aufgrund der Nebengeräusche wohl unvermeidlich. Auch die Verpflichtung von Lange hatte keinen Einfluss auf das Spiel. Wie auch, wenn er auf der Bank sitzt. Trotzdem halte ich auch diese Verpflichtung für richtig, denn mit Lange werden wir hinten drin mehr Ruhe haben.
Aber damit sind offensichtlich noch nicht alle Baustellen beseitigt. Viel und oft wird nach einem Torjäger gerufen, doch meiner Meinung nach wäre das absolut kontraproduktiv. Wir haben genug Spieler im Kader, die 20 oder mehr Tore schießen können. Hacker, Hooton, Pinner, Forster, Boon, Krestan - alle diese Spieler haben Torjägerqualitäten. Was uns absolut abgeht ist in meinen Augen ein Spieler, der das Spiel beruhigt, das Tempo auch mal rausnimmt und seine Mitspieler in Szene setzt. Der klassische Playmaker und Assistgeber, der das Spiel dominiert. Typ Josef Marha.
Hacker ist das definitiv nicht. Hacker ist ein unglaublich dynamischer und begnadet intensiv vorgehender Eishockeyspieler, aber in der jetzigen Situation ist es manchmal zu viel des Guten. Pinner muss man die Scheibe auflegen, dann netzt er ein. Hooton hat im Ansatz die Qualitäten zum Playmaker, spielt aber wie schon im Vorjahr viel zu schwankend in den Leistungen.
Wer konnte im Vorjahr den ruhigen und kontrollierten Aufbau? Gaucher (wurde abgegeben), Melischko (verletzt), Just (wurde abgegeben), Hooton (als er in Form war). Und dieses Jahr? In Ansätzen Chris Schmidt, aber da kommt zu wenig bei raus. Mapletoft? (wurde abgegeben). Walker? (bisher überhaupt nicht). Stattdessen holt man mit Boon einen weiteren Torjäger.
Wir haben mit Gaucher, Just und Melischko 67 Assists aus dem Vorjahr abgegeben und in diesem Jahr mit Mapletoft, Walker und Schmidt gerade mal 11 dazu bekommen.
Dort liegt der Hund begraben. Nicht im Scoring. Wir haben kaum einen kontrollierten Aufbau aus der Verteidigung und einen Haufen Hektiker im Sturm, denen durch die fehlenden guten Pässe die entscheidenden Zehntelsekunden Ruhe fehlen, die den Unterschied machen, ob ein Schuß in den Winkel oder an den Pfosten geht.
Holt für Mapletoft einen Playmaker und irgendwie noch einen Offensivverteidiger für die Abwehr und auch die anderen Spieler werden wieder treffen. Und wenn es dann läuft, dann tankt sich Hacker auch wieder gegen drei durch, wo er sich in der momentanen Krise immer festläuft.



die art unseres spielaufbaus ist sicherlich auch nicht förderlich fürs selbstvertrauen und für ruhe im spiel, da zu anfällig. ich würde gerne mal sehen - gerade weil unsere verteidiger nicht die spielstärksten sind - wie denn der aufbau aussehen würde wenn sich der stürmer (center) die scheibe schon hinterm tor holt. andere mannschaften fahren so auch sehr gut, wir z.b. zu whitecottons zeiten ja auch. den ersten gegnerischen spieler kannst schon am tor aussteigen lassen, den zweiten dank schwung und körpertäuschung. dann bist schon mal über die mittellinie und hast alle optionen (oder wenns eng wird gleich schon im eigenen drittel dem mitlaufenden verteidger ablegen). eishockey könnte so schön sein; nur gut dass dies einem die gegnerischen mannschaften immer wieder beweisen...
Aber wer soll das bei uns machen? Schmidt in Ansätzen, Götz und Sacher "bemüht", der Rest bringt da leider gar nix.
Was soll das bringen, ausser noch mehr Verunsicherung rein zu bringen. Und ich glaub das haben die Spieler zur Zeit zu Genüge.
Selbst ein Silo hat sich vermutlich durch die Verpflichtung von Lange um 100% gesteigert.
Zum Schluß werden nämlich wieder alle Fans über einen Haufen geschoben. Obwohl es sicher die Meisten Erfolgsfans gewesen sind die gepfiffen haben...
Was für mich gar nicht geht, sind dann persönliche Beleidigungen, Bierwürfe, Mittelfinger und dieses ganze Programm. Die sportliche Leistung darf ich kritisieren und meinen Unmut äußern, aber den Spieler persönlich angehen - das gehört sich nicht.