Gestern hat also Peter Kathan seinen Vertrag bei den Wild Wings verlängert und die Reaktionen sind doch sehr geteilt. Und ich muss sagen, ich kann das nachvollziehen:
Aus sportlicher Sicht ist die Verpflichtung in der Tat fragwürdig. Kathan gehört nicht zu den schnellsten Verteidiger, ist kein Verfechter des harten Körperspiels und kann auch in der Offensive seinen, zugegebenermaßen guten, Schlagschuß zu selten erfolgreich anbringen. Da gibt es auf dem Markt sicher bessere, auch jüngere Verteidiger.
Aber es gibt noch eine andere Komponente: Man spricht im Eishockey gerne von Spielern, die eine Rolle erfüllen müssen. Kathan ist genauso einer. Er ist ein unheimlich wichtiger Faktor für den Teamgeist. Er hat die Erfahrung, die Ruhe, er strahlt biedere Solidität aus, die es in einem Team aber auch braucht. Man braucht auch einen Spieler, der als Ansprechpartner für die Jugend dienen kann, zu dem die jungen Spieler hingehen können. Kathan ist sich nicht zu schade, nach dem Training Extraschichten einzulegen, um jungen Verteidigungspartner zu helfen, den Sprung in die Mannschaft zu schaffen. Und - man munkelt - stille Wasser sind tief und Peter Kathan kann eine ganz schöne Rampensau sein.
Dieses selbstlose Verhalten im Training, schließlich geht es auch um seinen Stammplatz, zeichnen ihn aus und machen ihn wertvoll für die Mannschaft. Und sportlich - nun gut, er ist vor allem kein Bruder Leichtfuß und kann deshalb immer sorglos gebracht werden. Was nützt mit eine 100-Tore-Diva, die den Teamgeist kaputt macht?



Dein Beitrag hebt sich erfrischend von den vielerorts üblichen Kategorisierungen in "guter Spieler - schlechter Spieler" ab.
Das Ganze als Gefüge zu betrachten, gerade in einer Mannschaftssportart, wird leider viel zu selten von Fans beherzigt. Was übrigens auch für die Beurteilung von Trainern gilt. In Schwenningen haben wir ja unlängst (hoffentlich) bleibende Erkenntnisse aus einer Kaderzusammenstellung auf Topscoring-Basis gezogen.
gruß
jan