Die Deutsche Bahn ist ein ungeheuer beliebtes Objekt zum Draufschlagen. Nur selten wird eine Lanze für sie gebrochen. Das möchte ich mit diesem Blogeintrag gerne tun. Denn ständig wird die Bahn, die als privatwirtschaftliches Unternehmen genauso auf das Geld gucken muss wie jeder andere vor allem für Ihre alljährlichen Preiserhöhungen kritisert. Ja, die Preise steigen um 3,9%. Das ist nicht schön. Doch man darf den Vergleich nicht vergessen. Um wieviel Prozent ist das Autofahren im selben Zeitraum teuerer geworden? Um wieviel Prozent haben die Kerosinzuschläge und sonstige versteckte Kosten das Fliegen verteuert? Wir zahlen zähneknirschend 15% mehr für Sprit im Jahr und verteufeln die Bahn wenn Sie 3,9% mehr nimmt. Suchen wir uns da nicht ein falsches Ventil? Die gestiegenen Personalkosten durch den elenden Lokführerstreik sind noch gar nicht bei der Preisgestaltung berücksichtigt.
Der nächste große Kritikpunkt ist der mittlerweile gekippte Bedienzuschlag für Ticketkäufe am Schalter. Ja, finde ich auch nicht gut. Aber jetzt rühmen sich alle, dass der Druck der Straße dafür gesorgt hat. Doch es werden schon Planungen laut, dann in Zukunft einen Automatenrabatt einzuführen. Das ist das Gleiche in Grün, klingt nur besser und der Mensch ist glücklich. Was für ein grandioser Triumph, wenn die Preise allgemein höher und am Automat ein Rabatt gewährt werden. Der Bedienzuschlag wäre die ehrlichere Lösung, denn am Schalter entstehen nunmal mehr Kosten als am Automaten.
Insgesamt sehe ich das Problem der Bahn nicht in den Preisen, das Problem ist viel mehr das Netz. Ich fahre in gut 2 1/2 Stunden im ICE von Köln nach Stuttgart, das schaffe ich mit dem Auto nicht und das zu einem fairen Preis. Und dann brauche ich dieselbe Zeit nochmal um über die Dörfer nach Hause nach Konstanz zu juckeln. Das ist es was die Bahn so unattraktiv macht, nicht der absolut gerechtfertigte und nachvollziehbare regelmäßige Preisanstieg.
Samstag, 13. September 2008
Eine gebrochene Lanze für die Deutsche Bahn
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