- Keine Hierarchie im Team: Kapitän Lehoux war mit dem Kapitänsamt überfordert, es gab sonst keine Führungsspieler im Team und keine klare Struktur. Ob es nun alle Indianer oder alle Häuptlinge waren ist sicher Ansichtssache, aber Fakt ist, dass die Mischung nicht gestimmt hat. Es war kein Spieler dabei, der das Spiel in die Hand nahm, der ein Spiel allein entscheiden konnte und klar auf dem Eis demonstrierte, dass er jetzt das Spiel dominieren will. Neben diesem fehlenden Alphatier fehlte auch das gemeinsame Einstehen füreinander. Zu wenig wurde für andere gelaufen, keiner war bereit mit seinem Körper und unter Schmerzen Räume für die anderen zu schaffen. Es war einfach kein Team sondern eine Ansammlung an Einzelspielern mit durchaus vorhandenen Fähigkeiten.
- Nur eine Scoring-Reihe: Das einzige Pärchen was wirklich funktioniert hat war Krestan & Leisenring. Wenn die beiden mit Smyth zusammen gespielt haben, dann haben sie auch ordentlich Punkte gesammelt. Alternativ konnte man auch Beuker zu Krestan oder Leisenring stellen, dann hat es auch halbwegs funktioniert. Aber wir haben es nie geschafft ein sogenanntes Secondary Scoring hinzubekommen. Beuker war mit dem Führen einer Reihe überfordert, Puhakka zu uneffektiv, Smyth kein Scorer und der Rest zu schwach oder nicht zueinander passen. So lag das gesamte Scoring die Saison über in einer Reihe, wir haben es nie geschafft mit zwei Reihen Druck auszuüben. Dadurch wurden wir auch leicht ausrechenbar und in den wichtigen Spielen musste der Gegner immer nur unsere erste Reihe ausschalten um uns aus dem Spiel zu nehmen.
- Powerplay: Im Powerplay fehlte uns klar ein Blueliner und ein Quarterback. Tore von der blauen Linie waren Mangelware. Steingroß hat mal eins gemacht, Sochan auch eins und Schutte zwei oder drei Schlenzer. Aber der Blueliner mit dem Kracher hat gefehlt. Dadurch mussten wir die Scheibe immer vors Tor oder in die Halbdistanz bringen und waren so auch im Powerplay ausrechenbar. Dazu kam noch, dass uns der Powerplay-Quarterback fehlte. Ein Spieler vom Typ Wayne Hynes. Der das Powerplay organisierte, der seine Mitspieler dirigierte und die Scheibe dann zum entscheidenden Pass auf den frei stehenden Nebenmann passte. So lief die Scheibe mal mehr mal weniger flüssig hin und her, aber kein Spieler hat im Powerplay die Verantwortung an sich gerissen. Viele Tore fielen doch rein zufällig, es war kein taktisches System erkennbar.
Desweiteren machte uns im Powerplay ausrechenbar, dass wir im PP oft mit vier Stürmern gespielt haben, die dann in der Rückwärtsbewegung teils überfordert waren. Dazu kam noch, dass bis auf Baumgartner alle Verteidiger Linksschützen waren. Dadurch war man gerade beim Schießen von der blauen Linie in der Variabilität arg eingeschränkt. - Kein Nummer 1 - Torhüter: Sowohl Brown wie auch Fous und auch Haas sind anständige Torhüter. Solide, aber nicht überragend. Keiner, der ein Spiel mal alleine gewinnen kann. Keiner, der auch mal einen unhaltbaren rausfischt. Dazu brachte der Wechsel von Brown immer Unruhe in das Team, da durch seine Ausländerlizenz immer auch eine Änderung bei den Feldspielern die Folge war.
- Fehlender Bad Guy: Erwartet hatte man es sich von Lehoux, Baum hat es einmal gezeigt, der Rest nicht. Kein Gift, kein dreckiges Eishockey. Manchmal muss man auch mal ein Foul begehen um ein Zeichen zu setzen und um dem Gegner zu zeigen "Bis hierhin und nicht weiter." Aber unsere Spieler ließen es munter zu, dass unsere Torhüter und unsere Top-Scorer systematisch angegangen und über den Haufen gefahren wurden. Ein krachender Check, ein übles Foul, ein Faustkampf - all das kann auch einen Hallo-Wach-Effekt haben. Vor allem bei dem bekannt heißblütigen Publikum in Schwenninge, das sich dann lieber auf den Schiri einschießt als den eigenen Spieler zu kritisieren. Schneller als durch eine linke Aktion kann man die Emotionen nicht schüren und ein möglicherweise verlorenes Spiel noch drehen. Aber dafür waren unsere Jungs alle zu brav, zu oft haben sie sich in ihr Schicksal ergeben ohne den letzten Kampfgeist zu zeigen und ohne das Letzte aus sich herauszuholen.
Samstag, 21. März 2009
Wild Wings: Saisonanalyse
Nachdem der Frust etwas verraucht ist, möchte ich doch noch versuchen ein paar Gründe aufzuzählen, warum die Mannschaft so versagt hat. Ich will sachlich versuchen aufzuzeigen wo die Fehler bereits in der Mannschaftszusammenstellung gemacht wurden. Diese Liste behebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ich hoffe doch sehr stark, dass aus den Fehlern gelernt wurde und man in diesem Jahr ein besseres Team zusammenstellt:



ich habe einen wirklich guten brown gesehen - mit einigen big saves. unser bester mann in den letzten saison-spielen - doch meist auf sich allein gestellt.
mangelndes körperspiel und die laufbereitschaft und das nicht-freiblocken von räumen zugunsten der mitspieler schiebst du auf "nicht-wollen" - für mich ist es eher eine sache des nicht-könnens. gelaufen wurde viel, nur eben sowas von uneffektiv. vor der saison gab es zudem eine statistik wonach wir mit die größte und schwerste mannschaft hätten, doch es hat sich gezeigt dass das körperspiel nicht das unsrige war... hier ist einfach gutes scouting gefragt. sportlich so viel wie möglich aus dem zur verfügung stehenden etat rausholen. auch mal günstige nonames verpflichten. hier vertraue ich wagner.
Zu der Frage "nicht wollen" oder "nicht können". Wahrscheinlich ist es wie immer eine Mischung. Beim Beuker z.B. würde ich sagen "nicht können". Der hat versucht zu checken, hat aber kein Timing gehabt und oft nur seine Schulter gegens Plexiglas gehauen. Bei Schutte oder anderen - auch keine Hänflinge - hat man dagegen oft nicht mal den Versuch gesehen.